Krise als Chance – oder nicht?

Seit einigen Wochen beherrscht uns das Virus. Wir alle verfolgen die Nachrichten, Pressekonferenzen und schauen in eine ungewisse Zukunft. Viele stecken mitten in einer Existenzkrise. Ob wirklich ALLE eine Förderung erhalten, die auch eine benötigen. Und vor allem wann? Da werden unzählige Tragödien passieren. Jede einzelne wird wiederum eine weitere Reaktion auslösen.

Mir und meiner Familie geht es zum Glück sehr gut. Wir sind gesund, haben genügend Lebensmittel. Einen Garten, das Wetter beschert uns viele schöne Stunden an der frischen Luft. Meine Hunde sind gesund. Was will ich mehr?

Meine Arbeit kann ich sehr gut von Zuhause aus erledigen. Ob es nun um das Schreiben geht, oder auch die Fotografie. Zwar kann ich derzeit keine Shootings machen, aber dafür meine Bilder sortieren und bearbeiten. Das klingt also auch alles sehr gut.

Mit jedem Tag merke ich jedoch, wie sehr ich erneut gerne alleine bin. Wer mein Buch “Mit vier Pfoten aus der Depression” gelesen hat weiß, wie glücklich ich über mein neues Leben war. Aber auch wie groß meine Angst vor einem Rückfall ist.

Seither bin ich achtsam und versuche direkt zu reagieren. Nun merke ich, wie mich diese soziale Einsamkeit langsam immer mehr umhüllt. Wie eine warme Decke und wie ein prasselndes Feuer im Kamin. Es tut nicht weh, eher tut es gut. Und das ist gefährlich!

Mein Tagesablauf dreht sich nur noch um die Hunde, meine Familie und die Arbeit am Rechner. Jegliche “Störung” bzw. jegliche Abweichung stresst mich. Das kenne ich nur zu gut und wähle nun diese offenen Worte. Einerseits um es mir noch deutlicher zu machen, auch tief in mir zu erkennen, wie falsch es ist. Andererseits um vielleicht auch anderen die Augen zu öffnen. 

Ich bin sicherlich nicht alleine mit dieser Angst, mit dieser Problematik. Ob es nun um Menschen geht, die rückfällig werden, oder gar noch tiefer in eine depressive Einsamkeit fallen. All diese Fälle werden durch die fehlende soziale Nähe eher schlimmer als besser.

Als Betroffener sollte man sich langsam und bewusst auch mal aus der eigene Komfortzone bewegen. Ruft einen Freund oder Bekannten an. Vielleicht sogar ein Videochat über WhatsApp oder so etwas in der Art. Teilt Euch mit, wenn es in dem Gespräch auch nur um das Wetter geht. Brecht Stück für Stück aus der gefährlichen und einsamen Routine aus!

Als Nicht-Betroffener ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Zu viel drängen nach Kontakt kann einen weiteren Rückzug auslösen, die richtige Dosis ist hier gefragt. Aber es ist besser als ignorieren und wegschauen. Auch wenn in dieser ungewissen Zeit jeder mit sich selbst genug zu tun hat. Ein Stück Empathie sollte immer genügend Platz haben.

Mal sehen was der neue Tag heute bringt. Ich werde weiter achtsam sein und nicht aufgeben!