Bauchgefühl / Instinkt

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Auf sein Bauchgefühl hören, oder auch seinem eigenen Instinkt folgen, das wurde einem ganz langsam abtrainiert. Am besten keine eigene Meinung vertreten und hübsch der Mehrheit, der Gesellschaft, der Norm folgen.

Wer aber weiterhin auf sein Bauchgefühl hört und an seine eigenen Instinkte glaubt, der ist feinfühlig für Veränderungen. Kann Entscheidungen schon weit vorher treffen und sich gleichermaßen auch schützen.

Wenn man also das unterschwellige Gefühl hat “da ist etwas im Busch”, wie man so schön sagt, dann ist das meist auch wirklich so. Dann hat man natürlich auch wieder mehrere Möglichkeiten zu reagieren. Warum aber nicht agieren, statt reagieren?

Eine solche Vorahnung zu haben, ja das läßt einem auch Zeit, die Perspektive zu wechseln. Eine Situation, oder auch sich selbst, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und eine neue Definition zu finden. Vielleicht wird einem dabei auch klar, dass die eigenen Vorstellungen und Einschätzungen nicht mehr passen. Dass man sich selbst, vielleicht auch zu wichtig genommen hat. Klarheit über die eigenen Zweifel.

Jeder ist ersetzbar, und das ist auch gut so!

Was wirklich wichtig ist, ist das Leben direkt um einen herum. Alles was sich in den eigenen vier Wänden abspielt. Die eigenen Entscheidungen und deren Konsequenzen. Wichtig, das eigene Wohlbefinden, die eigene Gesundheit.

Wer sich also für Veränderungen entscheidet, beruflich oder auch privat, der steht ganz alleine dafür ein. Vielleicht auch noch die Familie, aber dann endet es auch schon! Für jeden Schritt der Veränderung gibt es wieder neue Entscheidungsmöglichkeiten. Wer nichts ändert, dem bleibt ein kleinerer Entscheidungsspielraum. Aber auch das ist in Ordnung.

Ich selbst, habe mich für das Schreiben entschieden und trage nun die Konsequenzen und genieße auch die neuen Entscheidungen, die zu treffen sind. Wenn ich überlege, wie alt ich war, als ich das erste Mal ans Schreiben dachte. Heute bin ich mir sicher, es war damals einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Es wäre müßig, sich an verlorenen Zeiten aufzuhängen. Die Zeit bringt man nicht zurück, aber man kann seine Gegenwart und auch die eigene Zukunft selbst gestalten.

Ich habe mein Leben und mich selbst lange über Anerkennung definiert. Aber erkannt, es ist einfach falsch. Denn mehr Anerkennung sehnt sich nach noch mehr Anerkennung. Tritt das nicht ein, wachsen die Selbstzweifel unkontrolliert und hemmungslos. Das verursacht dann Ablehnung und Rückzug. Wirklich nicht empfehlenswert!

Sich selbst über die eigenen Fähigkeiten im Klaren sein. Sein Können bereitstellen. Probleme als neue Herausforderungen ansehen und deren Lösungen als eine Art Fortbildung sehen. Sicherheit mit den eigenen Handlungen ausstrahlen. Zweifel und Kritik als kreativen Motor ansehen.

Schon dieser Perspektivenwechsel ändert alles. Auch was das Schreiben angeht. Egal welche Buchstaben ich auch kombiniere, egal ob es ein Roman, eine Geschichte, ein Sachbuch oder auch Gedanken und Gedichte werden, es wird auch mal Gegenwind geben. Warum aber diesen Gegenwind mit eigenem Druck bekämpfen? Kraft und Energie verlieren. Sich im Strudel dieses Gegenwinds verirren und die Orientierung verlieren. Warum sollte das passieren?

Gegenwind bringt Energie. Energie hat Kraft. Kraft bestärkt.

Überlegt einfach woher dieser Wind, diese Kritik kommt. Schon die Erkenntnis darüber entschärft im ersten Schritt. Das bedeutet nicht die Kritik zu ignorieren. Ich bin mir sicher und glaube auch fest daran, dass jede (gerechtfertigte) Kritik ein wichtiges Element ist. Die Kunst besteht darin, sich dieser Kritik zu stellen, sie anzunehmen und entsprechend umzusetzen.

Vertraut Eurem Bauchgefühl, geht den eigenen Weg!